Internetvisitenkarte 
von Sven Scharly

Es genügt nicht zu Wissen, man muss es auch anwenden
Es genügt nicht zu Wollen, man muss es auch tun!
-Johann Wolfgang von Goethe-

Jungunternehmer im wahrsten Sinne des Wortes

Bereits in meiner frühen Jugend zeichnete sich mein Interesse an unternehmerischem Denken ab. Mit ungefähr 14 Jahren erkannte ich beim Verteilen von Werbeprospekten, dass es deutlich effizienter ist, wenn mehrere Austräger klar definierte Teilgebiete bearbeiten und einer in der Zentrale die Arbeitsvorbereitung und Planung übernimmt. Sicherlich können Sie sich vorstellen wer die Tätigkeit in der Zentrale übernahm, richtig, ich. Die ausführende Tätigkeit überließ ich zwei anderen. Aus heutiger Sicht würde man wohl Outsourcing dazu sagen.

Kurze Zeit später wurde ich 1. Vorstand in unserem Jugendclub. Auch dieser wurde von der Vorstandschaft unter meiner Leitung optimiert und zu einem gewinnbringenden „Unternehmen“ entwickelt. Aus dieser Tätigkeit folgten sehr wichtige, erste Erkenntnisse.

  1. Der Faktor Mensch darf nicht unterschätzt werden, er vermag fast jeden Plan zu  boykotieren
  2. Eine klare Ablauf- und Aufbauorganisation ist unerlässlich
  3. Nur wenn ein klares Ziel bekannt ist, kann man davon ausgehen, dass auch alle den Weg finden

und das wohl wichtigste:

Es sollten nicht nur alle an einem Strang ziehen, entscheidend ist, dass alle in die selbe Richtung ziehen!

 

Der zweite Bildungsweg

Bodenständig erzogen folgte nach dem Abschluß der mittleren Reife eine technische Berufsausbildung zum Industriemechaniker. Im Nachhinein betrachtet eine sehr gute Entscheidung, von der ich heute noch profitiere. In einer professionellen Ausbildungsumgebung bekamen wir Auszubildenden die nötigen Freiräume um unser technisches Verständnis zu entwickeln und trotzdem die nötige Führung um Theorie und Praxis zu lernen. Allerdings war für mich relativ früh klar, dass ich in der so erreichbaren Position mein unternehmerisches Denken nicht einbringen konnte.
Aus dieser Erkenntnis folgte unmittelbar nach Abschluss der Ausbildung die Fachhochschulreife auf dem zweiten Bildungsweg. Anschließend, nach Ende der Grundwehrdienstzeit, dann das Studium zum Wirtschaftsingenieur. Bei der Einführung eines QM-System nach ISO 9001:2000, im Rahmen der Diplomarbeit, konnte ich Projekterfahrung sammeln. Diese Tätigkeit erinnerte mich wieder stark an die erste Erkenntnis als Vorstand des Jugendclubs. Der Faktor Mensch, in Unternehmen oft nicht ausreichend beachtet, spielt für ein solches Projekt eine enorme, wenn nicht sogar die wichtigste Rolle.

Von der Diplomarbeit direkt zur Führungskraft

Mit erfolgreicher Einführung des QM-Systems wurde ein Qualitätsmanager benötigt und so übernahm ich diese Stelle und zusätzlich den Leiter der Qualitätssicherung. Verantwortlich für die Mitarbeiter der Wareneingangskontrolle sammelte ich erste Erfahrungen in der Mitarbeiterführung. In dieser Position kristalisierten sich die Vorteile des zweiten Bildungswegs sehr schnell heraus. Entscheidungen konnten pragmatisch getroffen werden. Ich war kein schwarz-weiß QS-Leiter sondern jemand, der auch Grauzonen richtig einzuschätzen wusste. Auch für das selbst Hand anlegen bei Rückrufaktionen oder dringenden Aufträgen war ich mir nicht zu schade. Dies beeinflusste auch die Einsatzbereitschaft der gesamten Mannschaft positiv.

Für die Chance auf eine Führungsposition direkt nach dem Studium war ich sehr dankbar. Dafür war die Einstiegsposition auch gleichzeitig das maximal Mögliche in diesem Unternehmen, da ich mehr wollte blieb nur der Abschied.

Das eigene Unternehmen

Als Franchisenehmer wagte ich mich in eine völlig fremde Branche, die Kosmetikdienstleistung. Als Mitinhaber und Geschäftsführer einer GmbH wollte ich nun mein unternehmerisches Denken unter Beweis stellen. Nach der Eröffnung der ersten Filiale folgte ein Jahr später die Zweite. In meiner Position war ich so ziemlich alles in Personalunion. So war ich nicht nur Personalchef, Einkaufsleiter und kaufmännischer Leiter sondern eben auch strategisches Management. Eine Zeit, in der ich sehr viele positive aber auch negative Erfahrungen machen durfte. Missmanagement in der Franchisezentrale sorgte für den Zusammenbruch des Systems. Dabei wurden die Franchisenehmer auf Grund der vertraglichen Bindung mit in den Abgrund gerissen. Auch für unsere Filialen kam der Turnaround-Versuch leider zu spät. Einen Insolvenzantrag zu stellen ist nicht das Schönste Erlebnis als Inhaber, aber in jedem Fall ein sehr prägendes Erlebnis für meine weitere berufliche Laufbahn.

Der Tipp „Schuster bleib bei deinen Leisten“, den ich von einem erfahrenen Unternehmer bekommen hatte, veranlasste mich dann zu einer weiteren Veränderung.

Schuster bleib bei deinen Leisten

Ich suchte den Weg zurück zu meinen Wurzeln und wurde bei einem mittelständischen Unternehmen (ca. 300 Mitarbeiter) in der Drehteilebranche fündig. Zuerst als Assistent der Geschäftsleitung und nach zwei Jahren als Vertriebsleiter war ich viele Jahre für ein Umsatzvolumen im zweistelligen Millionenbereich zuständig. Hier führte ich mehrere Mitarbeiter und war als key account Manager für alle Kundenbelange zuständig. Als Mitglied des Führungskreises konnte ich über den Vertrieb hinaus bei der Einführung der ERP-Software proALPHA als Projektleiter sowie bei der Einführung von LEAN Management und ToC maßgeblich mitwirken. Bei all diesen Tätigkeiten zeigt sich tagtäglich der Wert meiner technischen Ausbildung, die ich überall einbringen kann. Mein besonderes Interesse galt der strategischen Arbeit und der Optimierung der Prozesse.

Diese Position im inhabergeführten Mittelstand gehörte sicherlich zu den wertvollsten meiner bisherigen Laufbahn.

Master of Business Consulting (M.BC)

Während meiner Zeit als Vertriebsleiter wollte ich meinen strategischen Interessenschwerpunkt auch theoretisch untermauern und entschloss mich zu einem Master Fernstudium. Der auf KMU Unternehmensberatung ausgerichtete Studiengang Master of Business Consulting der Hochschule Wismar erschien mir hierfür optimal. Mit wertvollen Fallbeispielen und sehr starkem Praxisbezug wurden Controlling, Personalführung, Organisations- und Prozessoptimierung sowie weitere relevante Themen gelehrt. Besonders interessant war hierbei der Beratungsansatz. Denn der Fokus lag auf der zielgerichteten Analyse und treffsicheren Ableitung entsprechender Maßnahmen.

Meine Affinität zum produzierenden Bereich spiegelte sich in meiner Master-Thesis wieder, in der ich die Chancen und Grenzen eines Strategiewerkzeuges der Theory of Constraints auf die Fertigungsplanung anwedete.

Personal- und Businesscoach

Ein Aspekt fehlte mich jedoch in all diesem theoretischen Wissen, dies war der Faktor Mensch. Mein Wissensdurst führte mich daher zu einer Weiterbildung als Personal- und Businesscoach. Im Kern also zu der Frage wie kann man Blockaden bei Menschen aufdecken, die Ursachen finden und diese Blockaden wirkungsvoll beseitigen. Seit dieser Ausbildung gehört die Psychologie zu meinen zentralen Interessen.

NLP (neurolinguistisches programmieren)

Erste Berührungspunkte mit diesem Thema hatte ich bereits in meiner Personal- und Businesscoaching Weiterbildung. Da NLP aber nicht nur in der Psychologie und Therapie sondern auch im Vertrieb, im Personalwesen und vielen weiteren Gebieten nicht mehr weg zu denken ist, habe ich mich auf diesen Bereich fokussiert.

Mein Weg führte mich über alle Ausbildungen, die man im Bereich NLP machen kann, bis zum Lehrtrainer. Also dem Titel, mit dem man selbst NLP-ler ausbilden darf. Auf Grund meiner sehr eingeschränkten Freizeit mache ich dies aktuell nur sehr begrenzt. Aber ich möchte es nicht missen mit einzelnen Impulsen aus meinem Coaching-Werkzeugkoffer, Menschen in meinem Umfeld positiv zu beeinflussen.

Und wieder eine neue Branche

Nach fast 9 Jahren als Vertriebsleiter im selben Unternehmen war es für mich an der Zeit mich zu verändern. Wie so oft war ein gutes Netzwerk sehr wertvoll. Durch meine Projektleitung bei der Einführung der ERP-Software konnte ich mich entsprechend empfehlen und so war der Wechsel in dir IT keine große Hürde. Und wie so oft in meinem Leben sollte ich außerhalb von meiner Komfortzone sehr viel lernen. Die starke Fokussierung auf das professionelle Projektmanagement und die Unternehmensgröße von 1000 Mitarbeitern machte meinen Jobwechsel zu einer Herausforderung.

Allerdings hatte ich so auch die Gelegenheit innerhalb von wenigen Monaten unzählige Firmen, Strukturen und Organisationen zu begleiten. Ich sah positive aber auch sehr schlechte Umsetzung von Prozessen. Ich sah innovative und sehr träge Unternehmen. In der Position als Projektleiter konnte ich tatsächlich das erste Mal die Kombination aus technischem, wirtschaftlichem und psychologischem Wissen optimal kombinieren.

Ich freue mich immer wieder auf´s Neue, wenn ein neues Projekt im produzierenden Bereich liegt und das positive Feedback von Geschäftsführern und Entscheidern, wenn es um mich als Projektleiter geht zeigt, dass mein Werdegang zwar Zick-Zack, aber mit jedem Wechsel wertvoll war.

Das Business-Leathermans

So bezeichne ich mich selbst inzwischen gerne. Egal ob IT-Branche, Metallverarbeitung oder Medizintechnik, egal ob 20, 300 oder 1000 Mitarbeiter, egal ob Leitungsfunktion, Projektleitung oder Geschäftsführung. Es gibt kaum etwas das ich nicht schon gemacht habe und dementsprechend gibt es kaum eine Herausforderung zu der ich nicht bereit bin.

Das einzige was wichtig ist, egal was ich mache, ich mache es mit der notwendigen Konsequenz.

Sven Scharly

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